Übergabe einer Spende des MfS-Wachregiments an Tierpark-Direktor Heinrich Dathe für den Kauf von zwei Brillenbären
Signatur: BArch, MfS, WR Berlin, Fo, Nr. 42, Bild 1-5
Im Herbst 1957 übergab das MfS-Wachregiment "Feliks Dzierżyński" Tierpark-Direktor Heinrich Dathe eine Spende für den Kauf von zwei Brillenbären.
Am 2. Juli 1955 öffnete der Tierpark auf dem Gelände des enteigneten Schlossparks Friedrichsfelde in Ost-Berlin seine Tore. Er war in nur drei Monaten durch das Nationale Aufbauwerk mit freiwilliger Unterstützung aus der Bevölkerung realisiert worden. Die SED-Propaganda feierte das Projekt als wichtigen Beitrag zum "Aufbau des Sozialismus". Direktor wurde der Zoologe Heinrich Dathe, der den Tierpark bis 1990 leitete.
Die Entstehung des Tierparks war eng mit den politischen Entwicklungen der Nachkriegsjahre verknüpft: Der 1844 eröffnete und weltweit renommierte Berliner Zoologische Garten gehörte nach der Teilung zum Westteil der Stadt. Im Kontext des Kalten Krieges und der Systemkonkurrenz wollte die SED-Führung verhindern, dass die DDR auf diesem Gebiet ins Hintertreffen geriet. Mit dem Aufbau eines eigenen Tierparks erhoffte sie sich internationale Anerkennung der noch jungen DDR.
Trotz seiner bevorzugten Behandlung gegenüber anderen DDR-Zoos wie Leipzig, Dresden oder Halle war der Tierpark auch nach seiner Eröffnung weiterhin auf Spenden angewiesen. Schließlich musste zunächst einmal ein Grundbestand an Tieren aufgebaut werden. Hier kamen die anderen Zoos, Städte, Betriebe und Ministerien ins Spiel, die den Tierpark finanziell unterstützten: Die brandenburgische Stadt Strausberg stiftete Strauße, der Volkseigene Betrieb "Kälte" Berlin Eisbären, das Ministerium für Schwerindustrie einen Elefanten – und das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zwei Brillenbären.
Die Spende stammte vom Wachregiment "Feliks Dzierżyński". Die vorliegenden Fotos dokumentieren die Übergabe der Spende durch MfS-Angehörige an Tierpark-Direktor Heinrich Dathe.
Metadaten
- Datum:
- 1.11.1957
- Überlieferungsform:
- Fotografie