Guten Tag, Passkontrolle - Ein Film über die Passkontrollorgane der DDR
Signatur: BStU, MfS, ZAIG, Fi, Nr. 142
Der Propaganda-Film des MfS zeigt die Arbeit der Stasi-Mitarbeiter an den verschiedenen Grenzübergangsstellen zur BRD, West-Berlin, CSSR und Polen im Reise-, Touristen- und Güterverkehr.
In der DDR durfte die Mehrheit der Bevölkerung bis zum November 1989 nicht frei in westliche Länder reisen. Selbst Verwandte in Westdeutschland konnten nur ausnahmsweise und in "dringenden Familienangelegenheiten" besucht werden. Das Regime befürchtete, die Menschen könnten ihrem Land bei dieser Gelegenheit dauerhaft den Rücken kehren. Trotz dieser restriktiven Regeln gelang tausenden Menschen erfolgreich die Flucht aus der DDR. Die Staatsführung wusste sich nicht anders zu helfen, als die Grenzsicherungsanlagen immer weiter auszubauen und das eigene Volk damit einzusperren. Eine unüberwindbare Mauer in Berlin war das für alle Welt sichtbare Zeichen dieser Politik. Sie sollte der SED die Macht im Land sichern.
Die Sicherung der Grenzen stellte eine wichtige Voraussetzung für die Existenz der DDR dar. Dazu gehörten auch vielfältige Kontroll-, Überwachungs- und Repressionsmaßnahmen auf dem gesamten Gebiet der DDR. Eine wichtige Rolle spielte dabei das Ministerium für Staatssicherheit, dessen Arbeit zunehmend auf die präventive Verhinderung von Fluchten gerichtet war. An den Grenzübergängen führten Mitarbeiter der Hauptabteilung VI der Geheimpolizei die Passkontrollen durch.
Was wie ein Werbefilm für Tourismus beginnt - mit Aufnahmen bekannter Sehenswürdigkeiten in der DDR wie dem Dresdner Zwinger, dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und dem Brandenburger Tor in Berlin - gibt im weiteren Verlauf weitreichende Einblicke in den Arbeitsalltag der Stasi-Mitarbeiter und der Grenzsoldaten. Der Film zeigt, dass sich die Grenzkontrollen nicht nur auf den Reiseverkehr beschränkten, sondern auch den Touristen- und Güterverkehr betrafen. So sind im Film die Kontrolle eines tschechischen Lastschiffs auf der Elbe und Gepäckkontrollen im Flughafen Berlin-Schönefeld zu sehen. Das Ende des Films suggeriert, dass durch die Arbeit der Grenzkontrolleure ein fröhliches und unbeschwertes Leben in der DDR möglich wird.
Unter der Signatur sind auch historische Aufnahmen von der Grenze am Brandenburger Tor und dem Bau der Mauer zu finden. Gezeigt wird unter anderem der Aufmarsch amerikanischer Panzer an der Grenzübergangsstelle (GÜSt) Friedrichsstraße/Zimmerstraße im Oktober 1961. Da das Filmmaterial nicht selbst von der Stasi angefertigt wurde, können diese Ausschnitte aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden.
Eine Tonspur ist leider nicht überliefert.
Metadaten
- Diensteinheit:
- Zentrale Auswertungs- und Informationsgruppe
- Urheber:
- MfS - Abt. Agitation
- Datum:
- 1981
- Rechte:
- BStU
- Zustand:
- ohne Ton
- Spielzeit:
- 32 Minuten, 43 Sekunden
- Überlieferungsform:
- 16-mm-Film
Der Propagandafilm "Guten Tag, Passkontrolle" zeigt die Arbeit der Stasi-Mitarbeiter an den verschiedenen Grenzübergangsstellen zur BRD, West-Berlin, CSSR und Polen im Reise-, Touristen- und Güterverkehr. Zu sehen sind unter anderem die Stubbenkammer auf Rügen, das Elbsandsteingebirge, Schifffahrt auf der Elbe, der Thüringer Wald, Mähdrescher bei der Ernte, Arbeit im Tagebau, dem Maschinenbau, dem Wohnungsbau, im Stahlwerk, der Dresdner Zwinger und die Prager Straße sowie die Altstadt, das Messegelände und Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, das Brandenburger Tor, das Treptower Ehrenmal und Wachablösung am Mahnmal Unter den Linden in Berlin.
Außerdem sind Grenzsoldaten mit Feldstechern bei der Beobachtung eines Abschnitts der innerdeutschen Grenzanlagen von einem Wachturm aus zu sehen. Andere Szenen zeigen die Passkontrollorgane an den verschiedenen Grenzkontrollstellen zur BRD, Westberlin, CSSR und Polen im Reise-, Touristen- und Güterverkehr. Spürhunde werden bei der Kontrolle von Personen-, Güterzügen und Lkws eingesetzt. Ein tschechisches Lastschiff wird auf der Elbe kontrolliert, weitere Schiffe bei Grenzkontrollen im Hafen von Saßnitz. Weitere Aufnahmen zeigen den Flugbetrieb am Flughafen Berlin-Schönefeld, Gepäckkontrollen durch das Durchleuchten und Auspacken von Taschen.
Zum Abschluss zeigt der Film Bilder von fröhlichen Menschen in Ostberlin und der DDR.